Frickingen

Metzingen

Murrhardt

Sasbach






Preiswerte Holzenergie

Ziel


In der Gemeinde Frickingen standen mehrere Bau- und Sanierungsmaßnahmen öffentlicher Gebäude, die sich in räumlicher Nähe zueinander befinden, zeitgleich zur Beschlussfassung an. Der im Gemeinderat vertretene Revierförster nutzte die Chance, einen Wärmeverbund auf Holzhackschnitzelbasis für die öffentlichen Gebäude und ein Neubaugebiet in die Diskussion zu bringen. Nach einer Beratung durch die Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg und unter Einbeziehung einer Studie des Ingenieurbüros Schuler aus Bietigheim-Bissingen, kam es nach einer öffentlichen Diskussion zu einem positiven Entscheid des Gemeinderats.

Projekt

Für Planung, Bau und Betrieb der Nahwärmeversorgung wurde die auf diesem Gebiet erfahrene Firma Schmidt (SWL) aus Bernau im Schwarzwald als Investor gewonnen. Standort der Heizzentrale ist der Gemeindebauhof, dessen großzügiges Gelände eine gute Zufahrts- und Lagermöglichkeit bietet. Die Feuerung besteht aus einem 650 kW Unterschubkessel der Fa. KÖB mit mechanischer Ascheaustragung.




Die Rostasche wird auf landwirtschaftlichen Flächen ausgebracht. Ergänzend wurde ein Ölkessel für den Fall einer Betriebsstörung installiert. Der Hackschnitzelbunker fasst 220 cbm, diese Menge reicht bei Volllastbetrieb für etwa 2 Wochen aus. Regelmäßig überwacht wird die Anlage von einem Bürger der Gemeinde, ihm werden auch Störungen per Telefonleitung automatisch gemeldet. Die Fa. SWL bedient sich der Gemeinde als Brennstofflieferant und vergütet nach erzeugter Nutzwärme. Einkauf und Brennstofflogistik wird durch den Revierförster übernommen.


Erfahrungen

Da die Gemeinde die Brennstofflieferung übernommen hat, kann sie u.a. größere Mengen Waldholz (unter Berücksichtigung der Wirtschaftlichkeit) aus dem Gemeindewald einsetzen (derz.> 40%). Eine entsprechende Organisation und Unternehmereinsatz führen auch bei der Nutzung von Waldrestholz zu Kosten von unter 20 DM je Schüttraummeter frei Heizwerk. Ein Forstunternehmer übernimmt das Hacken - i.d.R. auf der Rückegasse - und den Transport zum Heizwerk. Bedingt durch die Größe des Brennstoffbunkers ist der Einkauf externer Hölzer, z.B. von Sägewerken, flexibel möglich.


Bedeutung für den ländlichen Raum und die Umwelt

Der Einsatz des nachwachsenden Rohstoffes Holz weist gerade im ländlichen Raum neben den ökologischen Vorteilen auch positive volkswirtschaftliche Effekte auf. Die Zusammenarbeit mit mehreren Heizwerkbetreibern macht die aufwendige Technik für Aufbereitung und Logistik lohnend und führt zu einer Auslastung der notwendigen Maschinen. Mittelfristig können durch die Holzenergienutzung gesicherte Arbeitsplätze entstehen. Leider werden Holzenergieprojekte häufig noch als nicht kalkulierbares Wagnis angesehen, obwohl Technik und Betreibermodelle in den letzten Jahren das Gegenteil bewiesen haben.



SWL - Bau- u. Betriebsgesellschaft für Holzheizungen GmbH
Berthold Schmidt
St. Johann - Weg 1
79872 Bernau - Innerlehen
Tel. 07675 / 9088 80
Fax. 07675 / 9088 89
E-Mail:
swl-Waerme-aus-der-Natur@t-online.de

Das Projekt wurde 1998 im Rahmen des Förderprogrammes "Holzenergie 2000" durch das Ministerium Ländlicher Raum mit 220 000 DM gefördert.

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Gehölzschnitt als Wärmequelle
Ziel

Im Schulzentrum Neugreuth der Stadt Metzingen musste die Heizanlage aus den 70er Jahren saniert werden. Bereits zu Beginn der Planungsphase gab es Überlegungen, bei der Heizungs-erneuerung regenerative Energien mit einzubeziehen. Da im Stadtbereich jährlich etwa 700 Tonnen Gehölzschnitt bei der Pflege öffentlicher Grünanlagen anfallen, war die thermische Verwertung dieses Materials Vorgabe im Rahmen eines Wettbewerbs und einer Machbar-keitsstudie. Eine mögliche Variante, ein Blockheizkraftwerk für Holzgas, wurde wegen der fehlenden Marktreife solcher Anlagen nicht weiter verfolgt. Die Klima-schutz- und Energieagentur (KEA) mit Sitz in Karlsruhe war beratend tätig.

Projekt


Die vorhandene Heizzentrale wurde so umgebaut, dass die Feuerung und der Hackschnitzelbunker darin untergebracht werden konnten. Installiert wurden ein 500 kW Holzkessel mit Vorschubrost und ein 900 kW Kombikessel für Öl- oder Gasbetrieb. Der Vorratsbunker wird mittels Abluft aus einer Turnhalle belüftet. Die Investitionskosten betrugen 725.000 DM. Hauptbrennstoff für die Anlage ist der in der Heizsaison kontinuierlich anfallende Gehölzschnitt, der von städtischen Arbeitern in ein umgerüstetes Müllfahrzeug gehäckselt und täglich in den Bunker abgekippt wird. Die Technik der Vorschubrostfeuerung ermöglicht den Einsatz von Hölzern mit hohem Wassergehalt. Etwa 20% der jährlich benötigten 2000 Schüttraummeter werden aus dem über 800 ha großen Stadtwald bezogen. Die Anlage wird fernüberwacht und täglich durch einen Mitarbeiter der Stadtwerke kontrolliert.


Erfahrungen

In der Planungsphase mussten Bedenken der Schulleitung und Elternschaft durch intensive Aufklärungs- und Informationsarbeit ausgeräumt werden. Die Unbedenklichkeit der Holzverbrennung wurde durch eine Abgasuntersuchung kurz nach der Inbetriebnahme bestätigt. Die Grenzwerte der TA-Luft (TA=technische Anleitung) werden deutlich unterschritten. Als Fazit formulierte der Technische Leiter der Stadtwerke den Betrieb der Hackschnitzelheizanlage: "Heizen mit Holz ist eine positive Sache und macht allen Beteiligten Spaß."





Stellenwert für Stadt und Umwelt

Die im Jahr 1998 erzeugte Holzenergie ersparte der Stadt den Bezug von etwa 100.000 m³ Erdgas und verringerte den CO2-Ausstoß in die Atmosphäre um etwa 200 Tonnen. Durch die thermische Nutzung des städtischen Gehölzschnitts kann das Verwertungsproblem dieser biogenen Reststoffe entschärft werden. Im Vergleich zu der bisher üblichen kostenlosen Abgabe als Mulchmaterial ergeben sich wesentliche finanzielle Vorteile.
Stadtwerke Metzingen
Stuttgarter Str. 59
72555 Metzingen
Tel. 07123/925-276
Fax. 07123/925-210
E-Mail: g.bragagnolo@metzingen.de


Das Projekt wurde 1997 durch das Ministerium Ländlicher Raum im Rahmen des Förderprogrammes "Holzenergie 2000" mit 122.000 DM gefördert.


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Holzenergie deckt Grundlast

Ziel

Im Jahr 1995 standen die veralteten Heizanlagen in der Walterichschule und der Stadthalle zur Sanierung an. Die Stadtverwaltung plante die Wärmeversorgung zentral von der Walterichschule aus vorzunehmen. Diskussionen im Stadtrat über den möglichen Einsatz einer Kraft- Wärme-kopplungsanlage führten schließlich zu Überlegungen, regenerative Energien einzubeziehen. Da die Stadt selbst 900 ha Wald besitzt, lag die Möglichkeit der Holzenergienutzung nahe. Die Ergebnisse einer Konzeptstudie zeigten, dass die Hinzunahme von Holz als Energieträger auch wirtschaftlich vertretbar ist.













Projekte Murrhardt - Walterichschule


Die Energiezentrale wurde als bivalente Anlage mit einem 300 kW Holzkessel für die Grundlast sowie zwei Gasbrennwertkesseln mit je 460 kW Leistung realisiert. Der Hackschnitzelkessel wird aus einem 90 m3 fassenden Vorratsbunker mit hydraulischem Schubboden durch Schneckenförderung automatisch mit Brennstoff versorgt. Es wurde eine Unterschubfeuerung gewählt, bei der das
Brennmaterial unterhalb des Glutbettes in die Feuermulde eingeschoben wird.
Die Leistung des Kessels ist so bemessen, dass er über 5000 Std./Jahr im Nennlastbereich betrieben werden kann. Dies wirkt sich positiv auf die Wirtschaftlichkeit und die Emissionen aus, da dadurch ein sehr konstanter Betrieb der Feuerung möglich ist. Der 'Holzanteil' an der Wärmeproduktion beträgt rund 2/3. Dafür werden etwa 1800 Schüttraummeter Hackschnitzel benötigt, die hauptsächlich von umliegenden Sägewerken bezogen werden. Kleinmengen aus dem privaten Bereich werden ebenfalls angenommen.

Murrhardt - Fornsbach

Aufgrund der positiven Erfahrungen in der Walterichschule wurde eine zweite Holzheizanlage geplant und im Herbst 1998 in Betrieb genommen. Sie befindet sich bei der Gemeindehalle im Stadtteil Fornsbach, für die Heizzentrale wurde ein kleiner Anbau an das bestehende Gebäude angebracht. Das Wärmenetz versorgt die Gemeindehalle, einen Kindergarten und ein Neubaugebiet mit 60 Wohneinheiten, das sich derzeit in der Aufsiedelung befindet. Für die Feuerungstechnik wurde ein Treppenrost gewählt. Bei dieser Technik wird das Brennmaterial auf einen schrägen Rost aufgeschoben und dort durch bewegliche Teile langsam der Ausbrandzone zugeführt und dabei getrocknet. Mit dieser Methode kann auch sehr feuchtes Material problemlos verbrannt werden. Die Hackschnitzel lagern in einem 30 m3 Container, der hydraulisch in eine kleine Vorratsrinne entleert wird. Diese Lagerungsvariante ist zwar kostengünstig, aber mit einem etwas höheren Aufwand bei der Hackschnitzellieferung und der Füllstandsüberwachung verbunden, da der Container nach vollständiger Entleerung sofort gewechselt werden muss.

Erfahrungen

Mit dem Einsatz der Holzenergie beschritt die Stadt Murrhardt als eine der ersten Kommunen im Land diesen Weg der Erzeugung regenerativer Energie. Das Holz ist nicht Konkurrent, sondern eine sinnvolle Ergänzung zum Hauptenergieträger Gas, mit einer positiven Wirkung auf die Umwelt. Durch die 'Spitzenkompensation' beim Gasbezug erbringt die Holzenergie zusätzlich einen Vorteil beim Leistungspreis für das Gas.




Stadtwerke Murrhardt
Marktplatz 10
71540 Murrhardt
Tel. 07192/213-0
Fax. 07192/5283
E-Mail: info@murrhardt.de

Die Projekte wurden 1996 und 1998 durch das Ministerium Ländlicher Raum mit DM 367.000 gefördert.


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Contracting  


Ziel

In der Gemeinde Sasbach wurde 1994 der Bebauungsplan mit Kindergarten-neubau für das Neubaugebiet 'Bühl' aufgestellt. Nach dem Willen von Gemeinderat und Bürgermeister sollte für die etwa 110 Wohneinheiten eine möglichst umweltverträgliche Wärmeversorgung Anwendung finden. Die Klimaschutz- und Energieagentur Baden Württemberg (KEA) erhielt den Auftrag, entsprechende Möglichkeiten auszuarbeiten. Sie entwickelte auf der Basis von Holzhackschnitzeln ein Nahwärmekonzept.

Projekt

Da die Gemeinde keine eigenen Gemeindewerke besitzt, wurde mittels einer Ausschreibung ein Investor für Planung, Bau und Betrieb der Heizzentrale mit Wärmenetz gesucht. Das Konzept einer ausschließlich mit Holz befeuerten (monovalenten) Anlage der Firma ratio energie aus Lörrach stellte sich als die kostengünstigste Variante heraus. Die Heizzentrale wurde platzsparend im Untergeschoss des Kindergartens eingebaut. Zwei Hackschnitzelkessel mit 500 bzw. 200 kW Leistung sorgen für die Wärmeerzeugung. Die eingesetzte Rostfeuerung wurde mit einer speziellen Steuerung für den Betrieb bei Teillast ausgestattet. Eine Fernüberwachung rundet den automatischen Betrieb ab. Auf einen Notkessel mit Öl- oder Gasfeuerung wurde bewusst verzichtet. Zusätzliche Abgaswärmetauscher mit einer Leistung von ca. 50 kW bewirken die Absenkung der Abgastemperatur auf 120°C und erhöhen den Wirkungsgrad. Ratio energie verlegte das Wärmenetz im Zuge der Erschließung und installierte die Hausübergabestationen. Der Wärmekunde erhält somit einen Vollservice zu günstigen Gesamtkosten, die durch die niedrigeren Investitionskosten unter den Kosten für eine Einzelheizung liegen. Für die Realisierung dieses beispielhaften Projektes erhielt die Fa. ratio energie einen Förderbeitrag der Deutschen Bundesstiftung Umwelt sowie den 1997 erstmals verliehenen 'Contracting Award'.


Erfahrungen

Bei der Verwirklichung eines Projektes durch den späteren Anlagenbetreiber ist die Identifikation mit den angestrebten Zielen besonders hoch. Eine große Akzeptanz und die aktive Unterstützung durch die Gemeinde sind wichtige Voraussetzungen für den Erfolg. Um die Belastung durch Vorfinanzierung gering zu halten, sollte die Erschließung in Etappen und die Aufsiedelung rasch erfolgen.
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Bedeutung für den ländlichen Raum und die Umwelt

In Sasbach wurde die Einbeziehung von Hackschnitzeln aus dem Gemeindewald verbindlich geregelt. Ein Teil des benötigten Holzes gelangt so auf kürzestem Weg zur Energieanlage mit den entsprechenden Vorteilen für die Umwelt. Die Wertschöpfungen aus der Brennstofflogistik sind regional wirksam.

ratio energie GmbH
Tumringer Str. 270
79539 Lörrach
Tel. 07621 / 95 66 99 - 0
Fax 07621 / 144 75
E-Mail: ratio.energie@t-online.de

 
Das Projekt wurde 1997 durch das Ministerium Ländlicher Raum mit 200 000 DM gefördert

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