| Energie im Doppelpack | |
![]() In dem Biomasseheizkraftwerk der Firma SchwörerHaus in Oberstetten werden naturbelassene Holzhackschnitzel aus dem eigenen Sägewerk und der Fertig-hausproduktion umweltfreundlich zur Strom- und Wärmeerzeugung genutzt. In dem Pilotprojekt wurde in dieser Anlage externe Biomasse, holzartiges Material aus der Landschaftspflege von Landwirtschaft, öffentlichem Naturschutz, von privatem und kommunalem Hecken-, Strauch- und Baumschnitt, aus der Straßengehölzpflege, aus der Wald- |
Holz ist ein wertvoller erneuerbarer Biomasseenergieträger, aus dem Wärme und Strom erzeugt werden können. Daher ist es sinnvoll, möglichst viele der regionalen Holzpotenziale aus der Gehölzpflege, die auch außerhalb des Waldes anfallen, in mit Holz befeuerten Kraftwerken oder Heizkraftwerken energetisch zu nutzen. Gleichzeitig kann das Material, anstatt es kostenintensiv über Kompostierung oder Deponien zu entsorgen kostengünstiger energetisch verwertet, d. h. als regenerativer Energieträger genutzt werden. Das Kernziel des Vorhabens war die Schaffung einer konkreten Entscheidungsgrundlage für den langfristigen Einsatz solcher Biomasse. |
durchforstung
und von einer Energiewaldplantage verbrannt. Mit einem aufwendigen Analyseprogramm
wurden genaue Daten zu Stromerzeugung, Wirkungsgrad, Abgasen und Asche und
deren Zusammensetzung ermittelt. Ferner wurden die Kosten der Biomassebereitstellung
bis zur Wärme- bzw. Stromgewinnung detailliert erfasst.
klicken zum Vergrössern |
|
Bei den untersuchten externen Brennstoffen waren keine brennstoffspezifischen Auswirkungen auf die Leistungsdaten und keine signifikanten Beeinträchtigungen der Anlagenverfügbarkeit festzustellen. Durch die Versuchsbrennstoffe wurden die Luftemissionen der Anlage nicht signifikant verändert. Die Grenzwerte der Betriebsgenehmigung konnten sicher eingehalten und zumeist deutlich unterschritten werden. Durch eine kostenoptimierte integrierte Logistik und die Einbeziehung der Entsorgungsgutschriften konnten Brennstoffkosten erzielt werden, die ca. 1/4 bis 1/5 dessen betragen, was sonst für Holzhackschnitzel veranschlagt werden muss. Das Vorhaben zeigt, dass die Kombination aus integrierter Logistik und fairer Berücksichtigung von vermiedenen Entsorgungsaufwendungen zu hochattraktiven Biobrennstoffkosten frei Anlage führen kann. Verstärkt wird dieser Effekt dann, wenn der Brennstoffmix und die damit verbundene Logistik nicht für jeden Energieanlagenstandort individuell entwickelt wird, sondern lokale Unterzentren für die Brennstoffbereitstellung durch Dienstleister entstehen, die mehrere Energieanlagenstandorte parallel mit Brennstoff versorgen. |
|
|
Die energetische Nutzung von holzartiger Biomasse bedeutet Einsparung an fossilen Energieträgern und eine beträchtliche CO2-Reduktion. Die Berechnungen für den Landkreis Reutlingen ergeben, dass dort pro Jahr rund 7000 t der untersuchten Biomassen bereitgestellt werden können. Mit dieser Menge können beispielsweise 20 Nahwärmenetze zur Beheizung von jeweils 200 Einfamilienhäusern mit Bioenergie versorgt werden. Dabei könnten ca. 1,8 Mio. Liter an Heizöl eingespart und CO2-Emissionen von 5.700 t pro Jahr vermieden werden. |
Fichtner
GmbH & Co. KG Sarweystr. 3 70191 Stuttgart Tel: 0711/8995-0 Fax: 0711/8995-459 E-Mail: G1@fichtner.de |
Das Projekt wurde von 1996 bis 1999 durch das Ministerium Ländlicher Raum mit DM 349.300 gefördert. |
|